Geprüft am 08. Oktober 2026
Inbetriebnahme bis 31.12.2026: 20 Jahre lang 7,70 ct/kWh. Ab 2027: 5,2 ct für 36 Monate. Was der Unterschied über 20 Jahre ausmacht, mit Rechnung.
Kauf deine PV-Anlage noch 2026: Wer bis zum 31.12.2026 in Betrieb geht, sichert sich 20 Jahre Bestandsschutz auf die aktuelle Einspeisevergütung von 7,70 ct/kWh (bis 10 kWp, seit 01.08.2026). Ab 2027 gibt es nach dem EEG-Entwurf nur noch eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für 36 Monate, danach Direktvermarktung. Ein finanzieller Vorteil durch Warten ist praktisch nicht in Sicht.
Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 die EEG-Novelle beschlossen: Für Neuanlagen entfällt ab dem 1. Januar 2027 die feste 20-Jahres-Einspeisevergütung, ersetzt nur durch eine befristete Übergangszahlung. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen, doch die Richtung steht. Das wirft eine drängende Frage auf: Jetzt noch 2026 kaufen, oder lieber abwarten?
Die kurze Antwort: Wer 2026 eine PV-Anlage in Betrieb nimmt, sichert sich 20 Jahre Bestandsschutz auf die aktuelle Einspeisevergütung (bis 10 kWp: 7,70 ct/kWh seit 01.08.2026, davor 7,78). Das ist in den allermeisten Fällen der bessere Deal.
Dieser Artikel zeigt dir die Fakten, ohne Panikmache, aber mit klarer Empfehlung.
Nach dem Referentenentwurf vom 17.07.2026 entfällt für Neuanlagen ab 2027 die feste Einspeisevergütung, ersetzt durch eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für 36 Monate. Die wichtigsten Punkte:
Wichtig: Nach dem Kabinettsbeschluss vom 29.07.2026 fehlen noch Bundestag und Bundesrat (Entwurf seit 14.08. beim Bundesrat als Drs. 470/26, im Bundestag als Drs. 21/7867, 1. Lesung am 24.09.2026, erster Durchgang im Bundesrat am 25.09.2026), das Inkrafttreten ist für den 01.01.2027 vorgesehen, und weil die EU-Beihilfegenehmigung fürs aktuelle EEG Ende 2026 ausläuft, drängt die Zeit. Das politische Signal ist eindeutig: Die Förderung kleiner PV-Anlagen läuft schrittweise aus. Der Branchenverband BSW-Solar warnt vor einem Nachfrageeinbruch um mehr als zwei Drittel.
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Der Bestandsschutz sichert dir bei Inbetriebnahme 2026 für 20 Jahre den festen Satz, bis 10 kWp sind das 7,70 ct/kWh bei Teileinspeisung und 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung (ab 01.08.2026). Wer 2026 investiert, bekommt:
| Leistung | Teileinspeisung (bis 31.07. / ab 01.08.2026) | Volleinspeisung (bis 31.07. / ab 01.08.2026) | Dauer |
|---|---|---|---|
| Bis 10 kWp | 7,78 / 7,70 ct/kWh | 12,34 / 12,22 ct/kWh | 20 Jahre |
| 10–40 kWp | 6,73 / 6,66 ct/kWh | 10,35 / 10,24 ct/kWh | 20 Jahre |
Quelle: Bundesnetzagentur ↗
Rechenbeispiel (10-kWp-Anlage, 9.500 kWh Jahresproduktion, 30 % Eigenverbrauch):
Sechs Gründe sprechen für den Kauf 2026: 20 Jahre gesicherte Einspeisevergütung, Planungssicherheit, niedrige Modulpreise von ca. 800–1.200 € pro kWp, der Nullsteuersatz, die halbjährliche Degression und die noch verfügbaren Handwerkerkapazitäten.
Wer jetzt kauft, bekommt den bei Inbetriebnahme gültigen Satz garantiert bis 2046. Wer 2027 kauft und die EEG-Novelle kommt, erhält nur noch die befristete Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für 36 Monate und muss danach in die Direktvermarktung, mit unklaren, schwankenden Erlösen.
Heutige Sätze sind gesetzlich fixiert. Die Regelungen nach 2027 sind unsicher, selbst wenn der Entwurf gekippt wird, ist die Degression (halbjährlich –1 %) weiterhin wirksam.
Solarmodule kosten 2026 so wenig wie nie: ca. 800–1.200 € pro kWp (nur Module). Die Preise haben sich stabilisiert, weitere große Preissenkungen sind nicht abzusehen.
Der 0 %-Umsatzsteuer-Satz auf PV-Anlagen bis 30 kWp bleibt unverändert. Das spart bei einer typischen 10-kWp-Anlage rund 3.800 €.
Pro Halbjahr sinkt die Einspeisevergütung um 1 %. Zum 01.08.2026 fällt der Satz bis 10 kWp von 7,78 auf 7,70 ct/kWh. Auch mit dem August-Satz gilt: 20 Jahre garantierte Vergütung, ein Vorteil, den es nach der geplanten EEG-Novelle für Neuanlagen nicht mehr gibt.
Im Laufe von 2026 könnten Vorzieh-Effekte die Wartezeiten bei Fachbetrieben verlängern. Wer früh plant, hat die Auswahl.
Fürs Warten sprechen drei Argumente, die bei genauer Betrachtung meist nicht greifen: eine mögliche Absage der Reform, weiter sinkende Modulpreise und eine womöglich bessere neue Regelung.
Möglich. Aber auch dann sinken die Sätze weiter halbjährlich. Einen finanziellen Vorteil durch Warten siehst du nicht.
Die Preise sind seit 2023 auf niedrigem Niveau. Eine weitere massive Preissenkung ist laut Marktbeobachtern nicht absehbar. Zumal der Zeitverlust (kein Ertrag) die potenzielle Ersparnis meist übersteigt.
Theoretisch möglich, praktisch unwahrscheinlich. Der Entwurf geht klar in Richtung weniger Förderung, nicht mehr.
Ab 2027 lohnt sich PV fast ausschließlich über den Eigenverbrauch, denn jede selbst genutzte kWh spart ca. 30 ct. Selbst wenn die Novelle kommt und du erst 2027 kaufst: Dann gibt es zunächst die Übergangszahlung (5,2 ct/kWh für 36 Monate), danach Direktvermarktung. Photovoltaik lohnt sich weiterhin, allerdings fast ausschließlich über Eigenverbrauch:
Fazit: Mit Speicher (60–70 % Eigenverbrauch) und Wärmepumpe/E-Auto lohnt sich PV auch zukünftig. Aber: Mit heutigem Bestandsschutz wird es eindeutig attraktiver.
Für die meisten Szenarien lautet die Empfehlung: jetzt kaufen und die Anlage noch 2026 in Betrieb nehmen. Die fünf typischen Fälle im Überblick:
Jetzt kaufen. Bestandsschutz sichern, 20 Jahre Vergütung garantiert.
Jetzt prüfen. Mit unserem Ersparnisrechner in 60 Sekunden checken. Wenn sich Amortisation in 10–12 Jahren zeigt: zuschlagen.
In die Bauplanung integrieren. Pflicht in BW bei Neubauten, anderswo Empfehlung. Kombi mit Wärmepumpe lohnt sich doppelt.
Erst Dach sanieren. Sonst musst du die Anlage später nochmal demontieren. Aber: Plane so, dass die Anlage noch 2026 läuft.
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Berechne zuerst deine Ersparnis, prüfe Förderungen, hole mehrere Angebote ein und nimm die Anlage bis 31.12.2026 in Betrieb.
Wer 2026 eine PV-Anlage kauft, sichert sich zwei Vorteile gleichzeitig: die noch vergleichsweise hohe Einspeisevergütung (7,78 ct/kWh, ab 01.08.2026: 7,70 ct/kWh) und 20 Jahre Bestandsschutz. Auch wenn die EEG-Novelle nicht exakt so kommt wie im Entwurf, ein Vorteil durchs Warten ist praktisch nicht in Sicht.
Unsere klare Empfehlung: Jetzt vergleichen, 2026 in Betrieb nehmen.
Häufige Fragen
Wer 2026 kauft und die Anlage noch in diesem Jahr in Betrieb nimmt, sichert sich 20 Jahre Bestandsschutz auf die aktuelle Einspeisevergütung (bis 10 kWp: 7,78 ct/kWh, ab 01.08.2026: 7,70 ct/kWh). Laut EEG-Novellen-Entwurf erhalten Neuanlagen ab 2027 nur noch eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für 36 Monate, für die meisten Haushalte ist der Kauf 2026 daher klar attraktiver.
Noch nicht. Das Kabinett hat sie am 29.07.2026 beschlossen, die 1. Lesung im Bundestag war am 24.09.2026 (Drs. 21/7867), der Bundesrat hat am 25.09.2026 im ersten Durchgang umfangreiche Änderungen gefordert (Drs. 470-26(B)), und die Bundesregierung hat diese am 02.10.2026 in ihrer Gegenäußerung weitgehend zurückgewiesen. Die Verabschiedung steht noch aus und wird für Oktober erwartet, weil die EU-Beihilfegenehmigung Ende 2026 ausläuft. Das Inkrafttreten ist für den 01.01.2027 vorgesehen. Selbst wenn das Parlament nachjustiert, sinkt die Einspeisevergütung für Neuanlagen weiter halbjährlich um 1 %, und der Bestandsschutz für 2026er-Anlagen bleibt in jedem Szenario.
Alle PV-Anlagen, die bis zum 31.12.2026 offiziell in Betrieb genommen sind, behalten ihre beim Start festgelegte Einspeisevergütung für 20 Jahre, unabhängig von späteren Gesetzesänderungen. Das sind bei einer typischen 10-kWp-Anlage ca. 10.000 € garantierte Zusatzeinnahmen.
Ja, allerdings primär über Eigenverbrauch: Eigener Solarstrom ersetzt Netzstrom (36 ct/kWh), das ist deutlich profitabler als jede Einspeisevergütung. Mit Speicher und Wärmepumpe bleibt Photovoltaik auch ab 2027 rentabel, die Amortisation verlängert sich aber tendenziell um 1–3 Jahre.
Die Modulpreise sind seit 2023 auf niedrigem Niveau stabil (ca. 800–1.200 € pro kWp). Eine weitere massive Preissenkung ist laut Marktbeobachtern nicht absehbar. Der Zeitverlust (kein Solarertrag) durch Warten übersteigt meist die mögliche Preisersparnis.
Relevant für den Bestandsschutz ist die offizielle Inbetriebnahme bis spätestens 31.12.2026. Da Fachbetriebe zum Jahresende voll ausgelastet sein werden, solltest du bis in den Herbst 2026 bestellen, um die Inbetriebnahme bis zum 31.12.2026 zu sichern.
Weitere Themen: Solar-Angebote, Solar-Rechner, Förderung 2026.
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Andreas Mali
Gründer & Redaktion PhotovoltaikGenie
Andreas Mali ist Gründer von PhotovoltaikGenie und recherchiert Förderprogramme, Einspeisevergütung und Marktpreise fortlaufend aus Primärquellen (Bundesnetzagentur, KfW, Landesförderbanken). Mehr über uns & unsere Methodik
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