Geprüft am 08. Oktober 2026
Lohnt sich Photovoltaik ohne Einspeisevergütung? Analyse für Solaranlagen ab 2027: Eigenverbrauch, Speicher-Strategie, Wirtschaftlichkeit und Alternativen.
Ja, Photovoltaik lohnt sich ab 2027 auch ohne feste Einspeisevergütung, allerdings fast nur über den Eigenverbrauch: Eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher für 20.000 € amortisiert sich bei rund 55 % Eigenverbrauch in ca. 10–12 Jahren. Jede selbst genutzte kWh spart rund 36 ct, während die Übergangszahlung für Neuanlagen nur 5,2 ct/kWh für 36 Monate bringt. Ein Speicher wird damit quasi Pflicht, und mit 20 Jahren Bestandsschutz bleibt der Kauf 2026 die attraktivere Option.
Mit der am 29.07.2026 vom Kabinett beschlossenen EEG-Novelle soll die feste 20-Jahres-Einspeisevergütung für Neuanlagen ab dem 1. Januar 2027 entfallen. Ganz ohne Vergütung stehen Neuanlagen aber zunächst nicht da: Vorgesehen ist eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für 36 Monate ab Inbetriebnahme (2027 für Anlagen unter 50 kW), danach Direktvermarktung, bei Anlagen unter 25 kW ergänzt um einen Direktvermarktungsbonus von 1,5 ct/kWh für 48 Monate. Das Szenario „komplett ohne Vergütung" greift also erst nach der Übergangsphase bzw. für Inbetriebnahmen ab 2030. Die Frage bleibt: Lohnt sich Solar dann überhaupt noch?
Die kurze Antwort: Ja, aber anders. Eigenverbrauch wird zum dominanten Ertragsbaustein, Speicher fast zwingend, und die Amortisation dauert länger.
Eigenverbrauch ist der Schlüssel, weil jede selbst genutzte kWh rund 36 ct Netzstrom spart und damit etwa das 4,7-Fache der Einspeisung bringt. Schon heute ist die Einspeisevergütung nicht der Haupt-Hebel. Eigenverbrauch ist deutlich lukrativer:
| Komponente | Wert pro kWh |
|---|---|
| Netzstrom (Ersparnis) | ca. 36 ct |
| Einspeisevergütung 2026 (≤ 10 kWp) | 7,78 ct, ab 01.08.2026: 7,70 ct |
| Übergangszahlung Neuanlagen ab 2027 (Entwurf) | 5,2 ct (nur 36 Monate) |
| Marktpreis Direktvermarktung | 3–8 ct (schwankend) |
Selbst heute bringt jede selbst genutzte kWh dem Haushalt rund das 4,7-Fache im Vergleich zur Einspeisung. Läuft die Vergütung aus, zählt praktisch nur noch Eigenverbrauch.
Preise vergleichen lohnt: oft 4.000–7.000 € Unterschied bei 10 kWp
Wer nur ein Angebot einholt, zahlt meist drauf. Über unseren kostenlosen Angebotsvergleich vermittelt dir unser Partner mehrere Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region zum direkten Vergleich.
Kostenlos Angebote vergleichen →100 % kostenlos & unverbindlich · geprüfte regionale Fachbetriebe
Mit Batteriespeicher steigt der Eigenverbrauch von 25–35 % auf 55–70 %, mit Wärmepumpe und E-Auto auf bis zu 90 %. Die wichtigsten Hebel:
| Konfiguration | Eigenverbrauchsanteil |
|---|---|
| Nur PV-Anlage | 25–35 % |
| PV + Batteriespeicher | 55–70 % |
| PV + Speicher + Wärmepumpe | 70–85 % |
| PV + Speicher + Wärmepumpe + E-Auto | bis zu 90 % |
Eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher für 20.000 € bringt ab 2027 netto ca. 1.670–1.900 € pro Jahr und amortisiert sich in ca. 10–12 Jahren.
Annahmen:
Jährliche Rechnung:
Amortisation: ehrlich gerechnet ca. 10–12 Jahre (20.000 € ÷ 1.700–1.900 €/Jahr)
Wichtig: Die Direktvermarktung für Kleinanlagen ist aktuell kompliziert und lohnt sich technisch oft nicht. Eine Null-Einspeisung (der überschüssige Strom wird nicht eingespeist) ist nach der Übergangsphase ein realistisches Szenario.
Konservativ ganz ohne Einspeise-Erlöse (Null-Einspeisung):
Bei ausreichend Eigenverbrauch kann Solar also auch ohne feste Einspeisevergütung attraktiv bleiben, bei 25 und mehr Jahren Modullebensdauer bleibt nach der Amortisation viel Zeit mit fast kostenlosem Strom.
Ohne feste Einspeisevergütung verlängert sich die Amortisation einer 10-kWp-Anlage ohne Speicher von 8–12 auf 12–18 Jahre, mit Speicher bleibt sie bei 10–14 Jahren.
| Faktor | Mit EEG-Vergütung (Inbetriebnahme bis 2026) | Nach EEG-Novelle (Entwurf, ab 2027) |
|---|---|---|
| Vergütung | Fester Satz, 20 Jahre garantiert | Übergangszahlung 5,2 ct für 36 Monate, dann Marktpreis |
| Amortisation 10-kWp ohne Speicher | 8–12 Jahre | 12–18 Jahre |
| Amortisation 10-kWp mit Speicher | 10–14 Jahre | 10–14 Jahre |
| Wichtigste Kennzahl | Einspeise-Ertrag + Eigenverbrauch | Eigenverbrauch |
| Speicher-Notwendigkeit | Empfohlen | Quasi Pflicht |
| Planung | Einfach (fixe Vergütung 20 Jahre) | Komplexer (Marktpreise schwanken) |
Als Alternativen kommen Direktvermarktung, Peer-to-Peer-Strom mit 10–20 ct/kWh und dynamische Stromtarife infrage, außerdem bleibt die Steuerbefreiung bestehen.
Strom zum tagesaktuellen Marktpreis verkaufen. Rechnet sich aktuell erst ab ca. 30 kWp, für Einfamilienhäuser meist unwirtschaftlich. Die geplante EEG-Novelle will das ändern: Vorgesehen ist ein Direktvermarktungsbonus von 1,5 ct/kWh für 48 Monate (§ 50c, Anlagen unter 25 kW).
Erste Anbieter wie 1komma5°, Lumenaza oder Tibber erlauben, Solarstrom an Nachbarn/Mieter zu verkaufen. Erlöse: 10–20 ct/kWh, aber kompliziert.
Strom günstig aus dem Netz beziehen, wenn viel Solar im System ist (mittags) und den eigenen Speicher damit laden. Funktioniert mit Anbietern wie Tibber oder Awattar.
Der Nullsteuersatz (0 % MwSt bis 30 kWp) und die Einkommensteuerbefreiung gelten weiterhin, unabhängig von der EEG-Reform.
Photovoltaik lohnt sich auch ohne feste Einspeisevergütung, aber die Wirtschaftlichkeit hängt dann fast vollständig am Eigenverbrauch. Neuanlagen ab 2027 erhalten nach dem Entwurf immerhin noch die Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für 36 Monate, komplett ohne Vergütung geht es erst danach bzw. für Inbetriebnahmen ab 2030 weiter. Die Amortisationszeit verlängert sich gegenüber Anlagen mit 20 Jahren EEG-Bestandsschutz spürbar.
Unsere klare Empfehlung:
Berechne deine Ersparnis oder starte den Solar-Angebotsvergleich.
Häufige Fragen
Ja, aber mit anderem Fokus: Der Haupt-Hebel ist der Eigenverbrauch. Eigener Solarstrom ersetzt Netzstrom zu 36 ct/kWh, das ist deutlich profitabler als jede Einspeisevergütung (2026: 7,78 ct/kWh, ab 01.08.2026: 7,70 ct/kWh). Mit Speicher, Wärmepumpe und E-Auto-Wallbox erreicht man Eigenverbrauchsquoten von 70–90 %. Eine 10-kWp-Anlage mit Speicher amortisiert sich dann ehrlich gerechnet in ca. 10–12 Jahren.
Mit einem passend dimensionierten Batteriespeicher (ca. 1 kWh pro kWp Anlagenleistung) steigt der Eigenverbrauchsanteil von 25–35 % auf 55–70 %. In Kombination mit Wärmepumpe und E-Auto-Wallbox sind sogar 80–90 % erreichbar.
Laut EEG-Novellen-Entwurf erhalten Neuanlagen (2027: unter 50 kW) für den eingespeisten Strom eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh, befristet auf 36 Monate ab Inbetriebnahme. Danach bleiben Direktvermarktung (geplant mit 1,5 ct/kWh Bonus für 48 Monate bei Anlagen unter 25 kW), Null-Einspeisung oder P2P-Stromhandel über spezialisierte Anbieter.
In den meisten Fällen nicht. Wer 2026 in Betrieb geht, sichert sich 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung plus die heutigen attraktiven Modulpreise. Warten lohnt sich nur, wenn die Anlage ohnehin erst 2027 oder später in Betrieb genommen werden kann.
Technisch nicht zwingend, wirtschaftlich aber sehr zu empfehlen. Ohne Speicher bleibt der Eigenverbrauchsanteil bei 25–35 %, die überschüssigen 65–75 % lassen sich nach Auslaufen der 36-monatigen Übergangszahlung kaum noch monetarisieren. Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch auf 55–70 %.
Weitere Themen: Solar-Angebote, Solar-Rechner, Förderung 2026.
Über den Solar-Angebotsvergleich erhältst du Angebote geprüfter Fachbetriebe aus deiner Region, kostenlos und unverbindlich. Du gibst Dach, Stromverbrauch und Postleitzahl an, das dauert rund 2 Minuten.
Andreas Mali
Gründer & Redaktion PhotovoltaikGenie
Andreas Mali ist Gründer von PhotovoltaikGenie und recherchiert Förderprogramme, Einspeisevergütung und Marktpreise fortlaufend aus Primärquellen (Bundesnetzagentur, KfW, Landesförderbanken). Mehr über uns & unsere Methodik
© 2026 PhotovoltaikGenie · Ein Projekt der Butterflies IT UG (haftungsbeschränkt). Impressum · Datenschutz · Kontakt