Geprüft am 18. September 2026
Von 50,62 ct (2000) bis 7,70 ct (2026): die komplette Entwicklung der EEG-Einspeisevergütung für Dach-PV als Tabelle, mit Erklärung aller Knicke.
Die Einspeisevergütung für kleine Dachanlagen startete im April 2000 bei 50,62 ct/kWh, erreichte 2004 mit 57,40 ct/kWh ihren Höchststand und liegt seit August 2026 bei 7,70 ct/kWh. Kaum ein Wert erzählt die Geschichte der deutschen Energiewende so kompakt: Von über 57 Cent pro Kilowattstunde (2004) ging es auf 7,70 Cent (August 2026), während die Anlagenpreise um über 90 % fielen. Diese Referenztabelle zeigt alle Sätze für kleine Dachanlagen seit dem Jahr 2000, mit den Gesetzesänderungen, die die Knicke erklären.
Wichtig zum Verständnis: Der Satz, mit dem eine Anlage in Betrieb geht, gilt 20 Jahre plus Rest des Inbetriebnahmejahres. Eine 2012er-Anlage bekommt also noch heute ihre damaligen ~19,5 ct, die Tabelle zeigt jeweils den Satz für Neuanlagen zum Stichtag.
Die Sätze reichten von 50,62 ct/kWh (2000) über den Höchststand von 57,40 ct/kWh (2004) und den Tiefpunkt von 6,23 ct/kWh (Juli 2022) bis zu 7,70 ct/kWh seit dem 01.08.2026. Bezugsgröße: kleinste Dachanlagen-Klasse des jeweiligen EEG (bis 2012: ≤ 30 kW, danach ≤ 10 kW).
| Gültig ab | Vergütung | Regime / Anlass |
|---|---|---|
| 01.04.2000 | 50,62 ct/kWh | EEG 2000 (99 Pfennig): Startschuss |
| 01.08.2004 | 57,40 ct/kWh | EEG 2004: Dach-Bonus, Höchststand |
| 01.01.2009 | 43,01 ct/kWh | EEG 2009, Beginn stärkerer Degression |
| 01.01.2010 | 39,14 ct/kWh | |
| 01.07.2010 | 34,05 ct/kWh | unterjährige Sonderkürzung |
| 01.01.2011 | 28,74 ct/kWh | |
| 01.01.2012 | 24,43 ct/kWh | |
| 01.04.2012 | 19,50 ct/kWh | PV-Novelle 2012: neue Klasse ≤ 10 kW, monatliche Degression („atmender Deckel") |
| 01.01.2013 | 17,02 ct/kWh | |
| 01.01.2014 | 13,68 ct/kWh | |
| 01.08.2014 | 12,75 ct/kWh | EEG 2014 |
| 01.01.2016 | 12,31 ct/kWh | Zubau schwach → Degression fast null |
| 01.01.2018 | 12,20 ct/kWh | |
| 01.01.2019 | 11,47 ct/kWh | |
| 01.01.2020 | 9,87 ct/kWh | |
| 01.01.2021 | 8,16 ct/kWh | EEG 2021 |
| Juli 2022 | 6,23 ct/kWh | Tiefpunkt vor der EEG-2023-Reform |
| 30.07.2022 | 8,20 ct/kWh | EEG 2023: Anhebung, Degression bis 2024 ausgesetzt |
| 01.02.2024 | 8,11 ct/kWh | Start halbjährliche Degression −1 % |
| 01.08.2024 | 8,03 ct/kWh | |
| 01.02.2025 | 7,94 ct/kWh | |
| 01.08.2025 | 7,86 ct/kWh | |
| 01.02.2026 | 7,78 ct/kWh | |
| 01.08.2026 | 7,70 ct/kWh | aktuelle Periode (rechnerisch, amtliche BNetzA-Werte jeweils kurz vor Stichtag) |
Quelle der historischen Sätze: Bundesnetzagentur (EEG-Fördersätze und Archiv) sowie Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV).
Stichtag 31.12.2026: Feste Vergütung nur noch für Anlagen, die dieses Jahr ans Netz gehen
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Der Volleinspeisungssatz für Anlagen bis 10 kWp sank von 13,00 ct/kWh (30.07.2022) auf 12,22 ct/kWh (01.08.2026). Seit dem EEG 2023 gibt es für Anlagen, die ihren gesamten Strom einspeisen, einen höheren Satz (Teil- vs. Volleinspeisung im Vergleich):
| Gültig ab | Volleinspeisung ≤ 10 kWp |
|---|---|
| 30.07.2022 | 13,00 ct/kWh |
| 01.02.2024 | 12,87 ct/kWh |
| 01.08.2024 | 12,73 ct/kWh |
| 01.02.2025 | 12,60 ct/kWh |
| 01.08.2025 | 12,47 ct/kWh |
| 01.02.2026 | 12,34 ct/kWh |
| 01.08.2026 | 12,22 ct/kWh |
Die Degression war von Anfang an eingebaut: Die Vergütung sollte die Kosten decken, solange PV teuer war, und mit sinkenden Preisen mitfallen. Genau das ist passiert, schlüsselfertige Anlagen kosteten 2006 über 5.000 €/kWp, heute rund 1.000–1.500 €/kWp. Eine Anlage rechnet sich 2026 deshalb ähnlich gut wie damals, nur über einen anderen Hebel: nicht mehr über die Einspeisung, sondern über den Eigenverbrauch, jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom für rund 36 ct.
Die drei großen Knicke der Geschichte:
Bis mindestens Ende 2026 läuft die halbjährliche 1-%-Degression regulär weiter (nächster Stichtag: 01.02.2027, sofern die EEG-Novelle nichts anderes bestimmt). Alle aktuellen Sätze und Prognosen: Einspeisevergütung 2026.
Häufige Fragen
Das EEG 2000 startete mit 50,62 ct/kWh (99 Pfennig). Den Höchststand erreichte die Vergütung 2004 mit 57,40 ct/kWh für kleine Dachanlagen, mehr als das Siebenfache des heutigen Satzes. Damals kostete eine Anlage allerdings auch über 5.000 € pro kWp.
Die Degression ist gewollt: Die Vergütung sollte mit den Anlagenpreisen mitsinken. PV-Anlagen wurden seit 2006 um über 90 % günstiger, entsprechend fiel die Vergütung von 57,40 ct (2004) über 19,50 ct (2012) und 6,23 ct (Tiefpunkt Juli 2022) auf heute 7,70 ct. Die Wirtschaftlichkeit trägt inzwischen der Eigenverbrauch statt der Einspeisung.
Ja. Der Satz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme ist für 20 Jahre plus Rest des Inbetriebnahmejahres gesetzlich garantiert. Spätere Absenkungen betreffen nur Neuanlagen. Auch der aktuelle EEG-Novellen-Entwurf tastet diesen Bestandsschutz nicht an.
Ja, zweimal deutlich: 2004 (EEG-Novelle, von ~50 auf 57,40 ct) und zuletzt am 30.07.2022, als das EEG 2023 den Satz vom Tiefpunkt 6,23 ct auf 8,20 ct anhob, die Degression bis 2024 aussetzte und den Volleinspeise-Bonus (damals 13,00 ct) einführte.
Regulär zum 01.02.2027 um ein weiteres Prozent (auf dann rechnerisch ca. 7,62 ct). Ob es dazu kommt, hängt von der EEG-Novelle ab, die für Neuanlagen ab 2027 stattdessen eine Übergangszahlung von rund 5,2 ct/kWh vorsieht. Bestandsanlagen sind in beiden Fällen nicht betroffen.
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Andreas Mali
Gründer & Redaktion PhotovoltaikGenie
Andreas Mali ist Gründer von PhotovoltaikGenie und recherchiert Förderprogramme, Einspeisevergütung und Marktpreise fortlaufend aus Primärquellen (Bundesnetzagentur, KfW, Landesförderbanken). Mehr über uns & unsere Methodik
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