Teileinspeisung vs. Volleinspeisung: Was lohnt sich 2026?
Teileinspeisung vs. Volleinspeisung 2026: Vergütungssätze, Unterschiede und für wen sich welche Variante lohnt. Mit aktuellen ct/kWh-Sätzen und klarer Faustregel.
Teileinspeisung oder Volleinspeisung – worum geht es?
Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, muss sich entscheiden, wie der erzeugte Strom vergütet wird. Es gibt zwei Modelle:
Teileinspeisung (Überschusseinspeisung): Du verbrauchst möglichst viel Solarstrom selbst, und nur der Überschuss wird ins öffentliche Netz eingespeist. Das ist das Standardmodell für Eigenheime.
Volleinspeisung: Die gesamte Stromerzeugung wird ins Netz eingespeist und vergütet. Du verbrauchst nichts selbst und beziehst deinen Haushaltsstrom weiterhin komplett aus dem Netz.
Beide Modelle erhalten eine gesetzlich für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung – allerdings in unterschiedlicher Höhe.
Vergütungssätze 2026 im Vergleich
Seit dem 1. Februar 2026 gelten folgende Sätze:
Anlagengröße
Teileinspeisung
Volleinspeisung
bis 10 kWp
7,78 ct/kWh
12,34 ct/kWh
10 bis 40 kWp
6,73 ct/kWh
10,35 ct/kWh
Auf den ersten Blick wirkt die Volleinspeisung mit 12,34 ct/kWh deutlich attraktiver – sie wird für jede eingespeiste Kilowattstunde rund 60 % höher vergütet. Doch dieser Vergleich greift zu kurz.
Warum Teileinspeisung für die meisten lohnender ist
Der entscheidende Punkt ist der Wert des selbst verbrauchten Stroms. Jede Kilowattstunde, die du selbst nutzt, spart dir den Bezug aus dem Netz – und der kostet aktuell rund 35 ct/kWh.
Damit ist selbst verbrauchter Solarstrom (≈ 35 ct/kWh Ersparnis) etwa dreimal so viel wert wie die beste Volleinspeisungsvergütung (12,34 ct/kWh). Für ein normales Einfamilienhaus mit einem Eigenverbrauch von 30 % oder mehr ist die Teileinspeisung daher fast immer wirtschaftlicher.
Wann lohnt sich Volleinspeisung?
Die Volleinspeisung ist nur dann sinnvoll, wenn der Eigenverbrauch sehr gering ist – typischerweise unter 15–20 %. Das kommt vor allem in diesen Fällen vor:
Gebäude, die tagsüber kaum Strom verbrauchen (z. B. unbewohnte Objekte, Lagerhallen).
Anlagen, die gezielt nur zur Stromerzeugung errichtet werden.
Sehr große Dachflächen, deren Ertrag der Haushalt niemals selbst nutzen könnte.
Wer dagegen tagsüber zu Hause ist, eine Wärmepumpe oder ein E-Auto betreibt oder einen Batteriespeicher nutzt, fährt mit der Teileinspeisung besser.
Faustregel
Je höher dein Eigenverbrauch, desto klarer gewinnt die Teileinspeisung. Erst bei einem Eigenverbrauch unter etwa 15–20 % kann die Volleinspeisung die bessere Wahl sein.
Wie wähle und melde ich das Modell?
Die Einspeiseart wird dem Netzbetreiber gemeldet und die Anlage im Marktstammdatenregister registriert. Die Volleinspeisung muss dem Netzbetreiber aktiv gemeldet werden – in der Regel vor Beginn des jeweiligen Kalenderjahres. Ein späterer Wechsel ist grundsätzlich möglich, sollte aber rechtzeitig angekündigt werden.
Fazit
Für die allermeisten Eigenheimbesitzer ist die Teileinspeisung mit hohem Eigenverbrauch das wirtschaftlichste Modell, obwohl die Volleinspeisung pro Kilowattstunde mehr Geld bringt. Der Grund: Selbst genutzter Strom ist wertvoller als jede Einspeisevergütung. Mehr zu den Sätzen und ihrer Entwicklung findest du im Ratgeber Einspeisevergütung 2026; wie sich die Anlage insgesamt rechnet, zeigt der Ratgeber Wann rechnet sich eine PV-Anlage?.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Teileinspeisung und Volleinspeisung?
Bei der Teileinspeisung (Überschusseinspeisung) verbrauchst du den Solarstrom möglichst selbst und speist nur den Überschuss ins Netz ein. Bei der Volleinspeisung wird die gesamte Erzeugung ins Netz eingespeist und du verbrauchst nichts selbst. Teileinspeisung ist das Standardmodell für Eigenheime.
Wie hoch ist die Vergütung für Voll- und Teileinspeisung 2026?
Seit dem 1. Februar 2026 gilt für Anlagen bis 10 kWp: 7,78 ct/kWh bei Teileinspeisung und 12,34 ct/kWh bei Volleinspeisung. Für Anlagen von 10 bis 40 kWp sind es 6,73 ct/kWh (Teileinspeisung) bzw. 10,35 ct/kWh (Volleinspeisung). Die Vergütung ist ab Inbetriebnahme 20 Jahre garantiert.
Lohnt sich Volleinspeisung trotz höherer Vergütung?
Meist nicht. Selbst verbrauchter Strom spart rund 35 ct/kWh Netzbezug und ist damit etwa dreimal so viel wert wie die Volleinspeisungsvergütung von 12,34 ct/kWh. Volleinspeisung lohnt sich nur bei sehr geringem Eigenverbrauch (unter ca. 15–20 %), etwa bei kaum genutzten Gebäuden. Für normale Haushalte ist die Teileinspeisung wirtschaftlicher.
Kann ich von Voll- auf Teileinspeisung wechseln?
Grundsätzlich ja. Die Einspeiseart wird dem Netzbetreiber gemeldet; die Volleinspeisung muss in der Regel vor Beginn des jeweiligen Kalenderjahres angemeldet werden. Ein Wechsel sollte daher rechtzeitig mit dem Netzbetreiber abgestimmt werden.
Welche Einspeiseart ist für ein Einfamilienhaus die richtige?
In den allermeisten Fällen die Teileinspeisung. Sobald der Eigenverbrauch bei rund 30 % oder mehr liegt – was für Einfamilienhäuser typisch ist – ist der Wert des selbst genutzten Stroms höher als die Mehrvergütung der Volleinspeisung.