Geprüft am 18. September 2026
Solarspitzengesetz seit Feb. 2025: keine Vergütung bei negativen Börsenpreisen, 60-%-Einspeisegrenze ohne Smart Meter. Alle Regeln verständlich erklärt.
Das „Solarspitzengesetz" (amtlich: Gesetz zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes und weiterer energierechtlicher Vorschriften) ist seit dem 25. Februar 2025 in Kraft und bringt für Neuanlagen drei Regeln: keine Einspeisevergütung in Viertelstunden mit negativen Börsenpreisen, eine 60-%-Einspeisegrenze ohne Smart Meter und einen einfacheren Weg in die Direktvermarktung. Sein Ziel: Mittags-Erzeugungsspitzen abfedern, die das Stromnetz an sonnigen Tagen an die Grenze bringen und die Börsenpreise in den negativen Bereich drücken.
Für dich als (künftigen) Anlagenbetreiber sind drei Regeln entscheidend, sie gelten für Neuanlagen mit Inbetriebnahme ab dem 25.02.2025. Bestandsanlagen sind nicht betroffen.
Fällt der Börsenstrompreis in einer Viertelstunde ins Minus, gibt es für den in dieser Zeit eingespeisten Strom keine Einspeisevergütung, und zwar ab der ersten negativen Viertelstunde (vorher galt eine 4-Stunden-Schwelle).
Wichtige Einschränkungen:
Der Ausgleich (§ 51a EEG): Die entgangenen Viertelstunden verfallen nicht ersatzlos. Der 20-jährige Vergütungszeitraum verlängert sich am Ende, bei Solaranlagen um die Hälfte der ausgefallenen Viertelstunden (Faktor 0,5), ertragsgewichtet über Monatskontingente verteilt. In der Praxis heißt das: Ein Teil des Verlusts kommt Jahre später zurück, wirtschaftlich bleibt aber ein kleiner Nachteil.
Wie groß ist der Effekt wirklich? Negative Preise treten vor allem an sonnigen Frühlings- und Sommermittagen auf, also genau dann, wenn deine Anlage viel produziert. Je nach Jahr betrifft das einige hundert Viertelstunden. Bei einer typischen 10-kWp-Anlage mit Teileinspeisung reden wir über einen niedrigen zweistelligen Euro-Betrag pro Jahr, ärgerlich, aber kein Grund, auf die Anlage zu verzichten. Wer einen Batteriespeicher hat, kann die Mittagsspitze speichern statt einspeisen und umgeht das Thema weitgehend.
Stichtag 31.12.2026: Feste Vergütung nur noch für Anlagen, die dieses Jahr ans Netz gehen
Die EEG-Novelle ersetzt die 20-Jahres-Vergütung für Neuanlagen ab 2027. Von der Angebotsanfrage bis zur Inbetriebnahme vergehen typisch 8–16 Wochen. Wer den Bestandsschutz will, sollte jetzt vergleichen.
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Neuanlagen, die noch kein intelligentes Messsystem mit Steuerungstechnik haben, dürfen am Netzanschlusspunkt nur 60 % ihrer installierten Leistung einspeisen:
Wichtig fürs Verständnis: Die 60 % beziehen sich nur auf die Netzeinspeisung, nicht auf die Erzeugung. Eigenverbrauch, Speicherladung, Wallbox oder Wärmepumpe können die Mittagsspitze nutzen, dann geht kaum etwas verloren. Rechnerisch kostet die Kappung ohne Eigenverbrauchsoptimierung nur wenige Prozent des Jahresertrags, weil Anlagen ihre Spitzenleistung selten erreichen.
Ausnahme: Steckersolargeräte bis 2.000 Wp Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung sind von der 60-%-Regel ausgenommen, Details im Ratgeber Balkonkraftwerk 2026.
Das Gesetz senkt die bürokratischen Hürden der Direktvermarktung für Anlagen unter 100 kW. Die Direktvermarktung bleibt für kleine Anlagen freiwillig (Pflicht erst ab 100 kW), sie wird aber durch die geplante EEG-Novelle 2027 für Neuanlagen zum Standardmodell.
Für deine Kaufentscheidung ändert das Solarspitzengesetz wenig: Die Effekte liegen bei typischen Eigenheim-Anlagen bei wenigen Prozent des Ertrags, Speicher und Smart Meter werden aber wertvoller.
Häufige Fragen
Für Photovoltaik-Neuanlagen, die ab dem 25.02.2025 in Betrieb genommen wurden. Bestandsanlagen behalten ihre bisherigen Regeln vollständig. Balkonkraftwerke (bis 2.000 Wp / 800 VA) und Kleinstanlagen unter 2 kW sind von der Negativpreis-Regel ausgenommen.
Für die betroffenen Viertelstunden gibt es keine Einspeisevergütung, bei Anlagen von 2 bis 100 kW aber erst, sobald ein intelligentes Messsystem eingebaut ist. Als Ausgleich verlängert sich der 20-jährige Vergütungszeitraum am Ende um die Hälfte der ausgefallenen Viertelstunden (§ 51a EEG).
Ohne jede Optimierung typischerweise nur wenige Prozent des Jahresertrags, denn PV-Anlagen erreichen ihre Spitzenleistung selten. Wer mittags Eigenverbrauch verlagert oder einen Speicher lädt, verliert praktisch nichts. Mit Einbau von Smart Meter und Steuerbox entfällt die Begrenzung komplett.
Nein. Begrenzt wird nur die Einspeiseleistung am Netzanschlusspunkt. Erzeugung, Eigenverbrauch, Speicherladung und E-Auto-Laden sind nicht beschränkt, die Mittagsspitze lässt sich also weiter voll im Haus nutzen.
Ja. Die Regeln kosten bei typischen Eigenheim-Anlagen nur einen kleinen Teil der Einspeiseerlöse, während der Haupthebel, die Ersparnis durch Eigenverbrauch von rund 36 ct pro selbst genutzter kWh, unberührt bleibt. Speicher und smarte Verbraucher machen die Anlage sogar robuster gegen alle künftigen Regeländerungen.
Das Solarspitzengesetz (seit Februar 2025 in Kraft) regelt Negativpreise, 60-%-Grenze und Smart-Meter-Anreize für Neuanlagen. Die EEG-Novelle 2027 (vom Kabinett am 29.07.2026 beschlossen, Bundestag steht aus) soll darüber hinaus die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen durch Übergangszahlung und Direktvermarktung ersetzen, und laut Berichterstattung die Einspeisegrenze für neue Kleinanlagen dauerhaft auf 50 % verschärfen.
Weitere Themen: Solar-Angebote, Solar-Rechner, Förderung 2026.
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Andreas Mali
Gründer & Redaktion PhotovoltaikGenie
Andreas Mali ist Gründer von PhotovoltaikGenie und recherchiert Förderprogramme, Einspeisevergütung und Marktpreise fortlaufend aus Primärquellen (Bundesnetzagentur, KfW, Landesförderbanken). Mehr über uns & unsere Methodik
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