Geprüft am 18. September 2026
§ 14a EnWG: Wärmepumpe, Wallbox & Speicher über 4,2 kW sind steuerbar, dafür gibt es 110–190 € Netzentgelt-Rabatt pro Jahr.
§ 14a EnWG regelt seit dem 1. Januar 2024, dass der Netzbetreiber Wärmepumpen, Wallboxen und Batteriespeicher mit mehr als 4,2 kW bei drohender Netzüberlastung vorübergehend drosseln darf und du dafür dauerhaft reduzierte Netzentgelte bekommst. Der pauschale Rabatt in Modul 1 liegt typisch bei 110–190 € pro Jahr und Gerät. Die Teilnahme ist für ab 2024 installierte Geräte Pflicht, auf den Rabatt hast du Anspruch.
Wärmepumpen, Wallboxen und Batteriespeicher ziehen viel Strom, wenn tausende davon gleichzeitig laufen, kann das örtliche Verteilnetz an seine Grenzen kommen. § 14a des Energiewirtschaftsgesetzes regelt deshalb seit dem 1. Januar 2024 (BNetzA-Festlegung BK6-22-300) einen Deal:
Der Netzbetreiber darf deine Großverbraucher bei drohender Überlastung vorübergehend drosseln („dimmen"), dafür bekommst du dauerhaft reduzierte Netzentgelte.
Für PV-Besitzer ist das doppelt relevant: Wer Wärmepumpe, Wallbox oder einen großen Speicher plant, ist meist automatisch dabei.
Verpflichtet sind steuerbare Verbrauchseinrichtungen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung, installiert ab dem 01.01.2024:
Die Teilnahme ist für diese Geräte Pflicht, im Gegenzug hast du Anspruch auf einen der Netzentgelt-Rabatte. Geräte, die vor 2024 installiert wurden, genießen weitgehend Bestandsschutz.
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Bei drohender Netzüberlastung darf der Netzbetreiber die Leistung deiner steuerbaren Geräte vorübergehend reduzieren, nie komplett abschalten:
Es gibt drei Module: Modul 1 mit einem pauschalen Jahresrabatt von typisch 110–190 €, Modul 2 mit 60 % Rabatt auf den Arbeitspreis des Netzentgelts und Modul 3 mit zeitvariablen Netzentgelten als Zusatz zu Modul 1.
| Modul | Prinzip | Für wen sinnvoll |
|---|---|---|
| Modul 1 | Pauschaler Jahresrabatt aufs Netzentgelt, je steuerbarem Gerät. Kein Extra-Zähler nötig. Typisch 110–190 €/Jahr (netzgebietsabhängig) | Standardfall: ohne Aufwand |
| Modul 2 | 60 % Rabatt auf den Arbeitspreis des Netzentgelts, erfordert separaten Zähler für das Gerät | Vielverbraucher, z. B. Wärmepumpe ab ca. 5.000–6.000 kWh/Jahr |
| Modul 3 | Zeitvariable Netzentgelte (Hochlast/Standard/Niedriglast), nur zusätzlich zu Modul 1 | Wer Verbrauch aktiv verschieben kann (Speicher, E-Auto nachts laden): Zusatzersparnis ca. 50–250 €/Jahr |
Modul 3 muss seit dem 01.04.2025 von allen Netzbetreibern angeboten werden und setzt ein intelligentes Messsystem voraus. Die exakten Beträge stehen im Preisblatt deines Verteilnetzbetreibers, es gibt keinen bundeseinheitlichen Wert.
Ein Haushalt mit Wärmepumpe und Wallbox spart durch § 14a etwa 290 €/Jahr mit Modul 2 für die Wärmepumpe oder 220–380 €/Jahr mit Modul 1 für beide Geräte. Ein Haushalt mit Wärmepumpe (6.000 kWh/Jahr) und Wallbox entscheidet sich für Modul 2 für die Wärmepumpe (eigener Zähler): Bei rund 8 ct/kWh Netzentgelt-Arbeitspreis spart der 60-%-Rabatt etwa 290 €/Jahr. Alternativ bringt Modul 1 für beide Geräte zusammen je nach Netzgebiet 220–380 €/Jahr, ganz ohne zweiten Zähler. Welche Variante gewinnt, hängt vom Verbrauchsprofil und den lokalen Preisblättern ab.
Für deine Photovoltaikanlage ändert § 14a fast nichts: Gedimmt wird nur der Netzbezug, PV-Überschuss darfst du unbeschränkt nutzen, und für die meisten PV-Speicher ist § 14a in der Praxis kaum spürbar.
Häufige Fragen
Wenn du ab dem 01.01.2024 eine Wärmepumpe, Wallbox, einen Batteriespeicher oder ein Klimagerät mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung installiert hast: ja, die Steuerbarkeit ist Pflicht. Im Gegenzug hast du einen gesetzlichen Anspruch auf reduzierte Netzentgelte (Modul 1, 2 oder 3). Ältere Anlagen genießen Bestandsschutz.
Nein. Gedimmt werden dürfen nur die steuerbaren Geräte, und auch die nur bis auf minimal 4,2 kW, nie auf null. Der normale Haushaltsstrom ist von § 14a überhaupt nicht betroffen. Eingriffe sind zudem nur bei konkreter Überlastungsgefahr erlaubt und müssen dokumentiert werden.
Modul 1 bringt je nach Netzgebiet typischerweise 110–190 € pro Jahr und Gerät. Modul 2 (60 % Rabatt auf den Netzentgelt-Arbeitspreis, separater Zähler nötig) lohnt ab etwa 5.000–6.000 kWh Jahresverbrauch des Geräts und kann bei einer Wärmepumpe rund 300 € pro Jahr bringen. Die exakten Werte stehen im Preisblatt deines Netzbetreibers.
Ja, wenn der Speicher mehr als 4,2 kW aus dem Netz laden kann und ab 2024 installiert wurde. In der Praxis laden PV-Heimspeicher aber überwiegend Solarstrom vom eigenen Dach, die Steuerbarkeit betrifft nur den Netzbezug und ist daher kaum spürbar. Dafür gibt es den Netzentgelt-Rabatt.
Perspektivisch ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) mit Steuerbox, der Messstellenbetreiber rüstet steuerbare Verbrauchseinrichtungen entsprechend aus. Übergangsweise akzeptieren viele Netzbetreiber auch andere Steuerlösungen. Für das zeitvariable Modul 3 ist das Smart Meter Voraussetzung.
Weitere Themen: Solar-Angebote, Solar-Rechner, Förderung 2026.
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Andreas Mali
Gründer & Redaktion PhotovoltaikGenie
Andreas Mali ist Gründer von PhotovoltaikGenie und recherchiert Förderprogramme, Einspeisevergütung und Marktpreise fortlaufend aus Primärquellen (Bundesnetzagentur, KfW, Landesförderbanken). Mehr über uns & unsere Methodik
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