Geprüft am 18. September 2026
Solarcarport Kosten 2026: Einzelcarport 8.000–13.000 €, Doppelcarport 14.000–22.000 €. Genehmigung, 0 % MwSt nur auf PV-Teile.
Ein Solarcarport kostet 2026 als Einzelcarport mit rund 3 kWp etwa 8.000–13.000 €, als Doppelcarport mit 5–6 kWp 14.000–22.000 €, also grob 2.500–4.000 € je kWp und damit das Zwei- bis Dreifache einer Dachanlage. Er lohnt sich vor allem, wenn kein geeignetes Dach vorhanden ist oder ohnehin ein Carport gebaut wird, idealerweise kombiniert mit Wallbox und Überschussladen.
Ein Solarcarport kostet 2026 als Einzelcarport mit ca. 3 kWp 8.000–13.000 €, als Doppelcarport mit 5–6 kWp 14.000–22.000 € und mit Speicher und Wallbox 15.000–30.000 €, jeweils inklusive Montage. Das entspricht grob 2.500–4.000 € je kWp und damit dem Zwei- bis Dreifachen einer Dachanlage, dafür ist das Bauwerk mit Fundament, Stützen und Dach inklusive.
Ein Solarcarport ist zwei Investitionen in einem: ein Bauwerk mit Fundament, Stützen und Dach, und eine PV-Anlage, deren Module die Dacheindeckung ersetzen. Die Preise fertiger Systeme inklusive Montage:
| Variante | Leistung | Preis (ca.) |
|---|---|---|
| Einzelcarport (1 Stellplatz) | ca. 3 kWp | 8.000–13.000 € |
| Doppelcarport (2 Stellplätze) | 5–6 kWp | 14.000–22.000 € |
| Doppelcarport mit Speicher und Wallbox | 5–6 kWp + 5–10 kWh | 15.000–30.000 € |
Die Kostentreiber: Material (Holz ist günstiger als Aluminium oder Stahl), Fundament und Bodenverhältnisse, Glas-Glas-Module für ein lichtdurchlässiges Dach, der Kabelweg bis zum Zählerschrank und die Anschlusskosten. Ein Komplettset spart gegenüber „Carport plus nachträglicher PV-Anlage" etwa 1.500–3.000 €, weil keine separate Dacheindeckung und Abdichtung nötig ist. Bausätze zur Selbstmontage sind günstiger, den elektrischen Anschluss muss aber ein Elektriker ausführen. Zum Vergleich: Eine Dachanlage kostet 1.000–1.500 € je kWp, der Carport verdoppelt bis verdreifacht diesen Wert, liefert aber eben auch das Bauwerk mit.
Ein Solarcarport liefert rund 2.500–2.900 kWh pro Jahr und Stellplatz, was rechnerisch den Jahresbedarf eines E-Autos mit 15.000 km deckt, geladen wird am besten über eine steuerbare 11-kW-Wallbox mit Überschussladen. Ein Stellplatz bietet etwa 15 m² Dachfläche, Platz für rund 3 kWp. Bei 850–950 kWh je kWp (Carportdächer sind meist flach geneigt, was etwas Ertrag kostet) sind das 2.500–2.900 kWh pro Jahr und Stellplatz. Zur Einordnung: Ein E-Auto mit 15.000 km Jahresfahrleistung und 17–20 kWh je 100 km braucht 2.500–3.000 kWh, ein einzelner Solar-Stellplatz deckt also rechnerisch den Jahresbedarf eines E-Autos, ein Doppelcarport liefert zusätzlich Strom fürs Haus. Voraussetzung ist ein unverschatteter Standort: Steht der Carport im Schatten von Haus oder Bäumen, sinkt der Ertrag schnell um ein Drittel. Bei der Ausrichtung gilt wie auf dem Flachdach: Süd bringt den höchsten Ertrag je kWp, Ost-West das breitere Tagesprofil.
Wallbox und Überschussladen, die sinnvollste Kombination: Der Solarcarport spielt seine Stärke aus, wenn das Auto unter dem Dach lädt, das den Strom produziert. Dafür braucht es eine steuerbare 11-kW-Wallbox und ein Energiemanagement, das die Ladeleistung dem Solarüberschuss anpasst. So fließen mittags 2–5 kW direkt in den Akku, statt für 7,70 ct/kWh ins Netz zu gehen, während der Ladestrom aus dem Netz 36 ct/kWh kosten würde. Wie das technisch funktioniert und welche Wallboxen es können, erklärt der Ratgeber Wallbox und PV-Überschussladen.
Der Haken: Wer tagsüber mit dem Auto unterwegs ist, kann mittags nicht laden. Dann hilft ein Heimspeicher, der den Solarstrom bis zum Abend vorhält, oder der Solarstrom versorgt tagsüber das Haus, und das Auto lädt nachts im günstigen Zeitfenster eines dynamischen Tarifs. Für steuerbare Wallboxen gibt es zudem den Netzentgeltrabatt nach § 14a EnWG.
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Je nach Bundesland ist ein Carport bis 30 m² (NRW) oder 50 m² Grundfläche (Bayern, Baden-Württemberg) verfahrensfrei, darüber brauchst du einen Bauantrag. Die PV-Anlage selbst ist verfahrensfrei, das Bauwerk Carport nicht unbedingt. Die Grenzen sind Ländersache, drei verifizierte Beispiele (Innenbereich, mittlere Wandhöhe bis 3 m):
| Bundesland | Verfahrensfrei bis | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Bayern | 50 m² Grundfläche | Art. 57 BayBO |
| Baden-Württemberg | 50 m² Grundfläche (seit 28.06.2025, vorher 30 m²) | Anhang zur LBO |
| Nordrhein-Westfalen | 30 m² Brutto-Grundfläche | § 62 BauO NRW |
Ein Doppelcarport mit 30–36 m² liegt in NRW damit meist über der Grenze und braucht einen Bauantrag, in Bayern und Baden-Württemberg nicht. Für die übrigen Länder gilt: vor dem Kauf beim Bauamt nachfragen. Und überall gilt: verfahrensfrei heißt nicht regelfrei. Grenzabstände oder die zulässige Länge der Grenzbebauung (in NRW z. B. 15 m an allen Grundstücksgrenzen zusammen), Festsetzungen im Bebauungsplan, Stellplatzsatzungen und der Außenbereich (dort ist praktisch immer eine Genehmigung nötig) müssen eingehalten werden. Wer sich absichern will, holt eine formlose Bauvoranfrage ein.
Die 0 % Mehrwertsteuer gilt beim Solarcarport nur für die PV-Teile, die tragende Unterkonstruktion kostet 19 %, und einen Bundeszuschuss gibt es nicht. Deshalb lohnt ein genauer Blick auf die Rechnung. Das Bundesfinanzministerium hat im Schreiben vom 30.11.2023 klargestellt: Beim Solarcarport ist die PV-Anlage ein eigenständiges Wirtschaftsgut, Module, Wechselrichter, Verkabelung und deren Montage bekommen 0 % MwSt, die tragende Unterkonstruktion des Carports (Stützen, Fundament, Dachrahmen) dagegen 19 %. Anbieter müssen die Positionen im Angebot trennen, ein pauschales „alles 0 %" ist ebenso falsch wie „alles 19 %". Ein Batteriespeicher ist mit 0 % begünstigt, eine Wallbox als Stromverbraucher nicht, sie kostet 19 %.
Zuschüsse: Ein Bundesprogramm für Solarcarports gibt es nicht, die frühere KfW-Förderung für PV, Speicher und Wallbox (Programm 442) ist beendet. Finanzieren lässt sich das Vorhaben über den KfW-Kredit 270, einzelne Kommunen fördern PV-Anlagen und Speicher unabhängig vom Montageort. Was in deiner Stadt offen ist, zeigt der Förder-Atlas.
Für private Carports gibt es keine Pflicht, sie betrifft nur neue offene Parkplätze mit mehr als 25 bis 100 Stellplätzen je nach Bundesland. Mehrere Länder schreiben jedoch für neue offene Parkplätze eine Überdachung mit PV vor, relevant für Supermärkte, Betriebe und Wohnungsunternehmen:
| Bundesland | Pflicht ab |
|---|---|
| Niedersachsen | mehr als 25 Stellplätze (seit 01.01.2025, auch bei wesentlicher Erneuerung von mindestens 50 % der Fläche) |
| Baden-Württemberg | mehr als 35 Stellplätze (seit 2022) |
| Nordrhein-Westfalen | mehr als 35 Stellplätze, nur bei Nicht-Wohngebäuden |
| Hamburg, Brandenburg | mehr als 35 Stellplätze (Brandenburg nur Nicht-Wohngebäude) |
| Hessen | mehr als 35 (landeseigene) bzw. 50 Stellplätze (sonstige) |
| Rheinland-Pfalz | mehr als 50 Stellplätze |
| Schleswig-Holstein | mehr als 100 Stellplätze |
Bayern, Berlin, Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern kennen bislang keine Parkplatz-Pflicht (Stand der ausgewerteten Quellen, die Länder passen die Regeln laufend an). Einen Überblick über alle Solarpflichten für Gebäude gibt der Ratgeber Solarpflicht nach Bundesland.
Hast du ein geeignetes Dach, ist die Dachanlage die bessere Wahl, weil der Ertrag je Euro dort zwei- bis dreimal höher ist, der Solarcarport punktet bei ungeeignetem Dach, ohnehin geplantem Carport oder fehlendem Strom fürs E-Auto.
| Solarcarport | Dachanlage | |
|---|---|---|
| Kosten je kWp | ca. 2.500–4.000 € | ca. 1.000–1.500 € |
| Genehmigung | je nach Größe und Land | verfahrensfrei |
| Ausrichtung | frei wählbar | vom Dach vorgegeben |
| Zusatznutzen | Wetterschutz fürs Auto, Ladeplatz | keiner |
| Erweiterbar | begrenzt (Dachfläche) | oft ja |
Faustregel: Hast du ein geeignetes Dach, gehört die PV-Anlage aufs Dach, der Ertrag je Euro ist dort zwei- bis dreimal höher. Der Solarcarport ist die richtige Wahl, wenn das Dach ungeeignet ist (Nordlage, Verschattung, Denkmalschutz, marode Eindeckung), wenn ohnehin ein Carport gebaut wird oder wenn die Dachanlage schon voll ist und Strom für das E-Auto fehlt. Ob sich beides kombinieren lässt, zeigt der Rechner.
Häufige Fragen
Ein Doppelcarport mit 5 bis 6 kWp kostet 2026 fertig montiert etwa 14.000 bis 22.000 Euro. Mit Batteriespeicher und Wallbox liegen die Pakete bei 15.000 bis 30.000 Euro. Die Spanne erklärt sich durch Material, Fundament, Modultyp und den Kabelweg zum Zählerschrank, deshalb lohnt der Vergleich mehrerer Angebote.
Das hängt von Größe und Bundesland ab. In Bayern und Baden-Württemberg sind Carports bis 50 m² Grundfläche und 3 m Wandhöhe im Innenbereich verfahrensfrei, in Nordrhein-Westfalen nur bis 30 m², ein Doppelcarport braucht dort meist einen Bauantrag. Auch ohne Verfahren gelten Grenzabstände und Bebauungsplan, im Außenbereich ist fast immer eine Genehmigung nötig. Im Zweifel beim Bauamt nachfragen.
Nein. Laut BMF-Schreiben vom 30.11.2023 sind nur die PV-Komponenten begünstigt: Module, Wechselrichter, Verkabelung, Speicher und deren Montage kosten 0 % MwSt. Die tragende Carport-Unterkonstruktion mit Stützen, Fundament und Dachrahmen unterliegt dem Regelsatz von 19 %, ebenso eine Wallbox. Das Angebot muss die Positionen entsprechend trennen.
Je Stellplatz passen rund 3 kWp aufs Dach, die 2.500 bis 2.900 kWh im Jahr liefern, das entspricht etwa dem Jahresverbrauch eines E-Autos mit 15.000 km Fahrleistung. Ein Doppelcarport mit 5 bis 6 kWp kommt auf 4.500 bis 5.500 kWh. Voraussetzung ist ein unverschatteter Standort. Verschattung durch Haus oder Bäume kann den Ertrag um ein Drittel senken.
Eine allgemeine Preisliste gibt es nicht, weil Fundament, Statik, Dachaufbau und Anschlussweg je Grundstück verschieden sind. Als Orientierung gelten die Preise aus der Tabelle oben: Einzelcarport mit rund 3 kWp 8.000 bis 13.000 €, Doppelcarport mit 5 bis 6 kWp 14.000 bis 22.000 €, mit Speicher und Wallbox 15.000 bis 30.000 €, jeweils inklusive Montage. Ein belastbarer Preis entsteht erst nach der Besichtigung, deshalb lohnen sich drei Angebote.
Nein. Die Pflichten betreffen nur neue offene Parkplätze ab einer bestimmten Größe, in Niedersachsen ab mehr als 25 Stellplätzen, in Baden-Württemberg, NRW, Hamburg und Brandenburg ab mehr als 35, in Rheinland-Pfalz ab mehr als 50 und in Schleswig-Holstein ab mehr als 100. Private Carports und Hausparkplätze sind davon nicht erfasst.
Weitere Themen: Solar-Angebote, Solar-Rechner, Förderung 2026.
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Andreas Mali
Gründer & Redaktion PhotovoltaikGenie
Andreas Mali ist Gründer von PhotovoltaikGenie und recherchiert Förderprogramme, Einspeisevergütung und Marktpreise fortlaufend aus Primärquellen (Bundesnetzagentur, KfW, Landesförderbanken). Mehr über uns & unsere Methodik
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