Geprüft am 18. September 2026
Solarthermie oder Photovoltaik? Kosten 4.000–13.000 € vs. 1.000–1.500 €/kWp, Ertrag je m², Förderung 2026 (KfW 458.
Für die meisten Einfamilienhäuser ist Photovoltaik 2026 die bessere Wahl: Solarstrom lässt sich für Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto nutzen, die Anlage kostet rund 1.000–1.500 € pro kWp ohne Mehrwertsteuer, und Überschüsse werden 20 Jahre lang vergütet. Solarthermie holt zwar je Quadratmeter mehr Energie vom Dach (350–500 kWh Wärme statt rund 200 kWh Strom), liefert aber ausschließlich Wärme, und die fällt im Sommer an, wenn du sie am wenigsten brauchst. Sinnvoll bleibt Solarthermie vor allem bei hohem Warmwasserbedarf, knapper Dachfläche und einer Heizung, die ohnehin noch einige Jahre läuft.
Photovoltaik lohnt sich 2026 für die meisten Einfamilienhäuser mehr: Sie kostet rund 1.000–1.500 € pro kWp ohne Mehrwertsteuer, ihr Strom lässt sich für Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto nutzen, und Überschüsse werden 20 Jahre lang vergütet. Solarthermie liefert je Quadratmeter zwar 350–500 kWh Wärme statt rund 200 kWh Strom, kostet aber 4.000–13.000 € mit 19 % Mehrwertsteuer und deckt ausschließlich den Wärmebedarf. Sinnvoll bleibt sie bei hohem Warmwasserbedarf, knapper Dachfläche oder einer Heizung, die noch einige Jahre läuft.
Technisch nutzen beide Systeme dieselbe Sonne, machen aber etwas völlig anderes daraus:
Der Wirkungsgrad klingt zunächst wie ein klarer Punkt für die Solarthermie: Kollektoren erreichen optische Wirkungsgrade von 70–85 %, übers Jahr bleiben nach Speicher- und Leitungsverlusten etwa 50–60 % Anlagenwirkungsgrad. Ein modernes PV-Modul schafft 20–23 %. Der Haken: Wärme ist nur als Wärme nutzbar, Strom dagegen für alles, und über eine Wärmepumpe wird aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme (dazu unten mehr).
Solarthermie kostet 2026 inklusive Montage 4.000–7.000 € als reine Warmwasseranlage und 8.000–13.000 € mit Heizungsunterstützung, eine 8-kWp-Photovoltaikanlage liegt bei 8.000–12.000 € ohne Mehrwertsteuer.
| Anlage | Typische Kosten inkl. Montage | Mehrwertsteuer | Laufende Kosten |
|---|---|---|---|
| Solarthermie nur Warmwasser (4–6 m²) | 4.000–7.000 € | 19 % | 100–200 €/Jahr, Solarflüssigkeit alle 5–10 Jahre |
| Solarthermie mit Heizungsunterstützung (10–15 m²) | 8.000–13.000 € | 19 % | 100–200 €/Jahr |
| Photovoltaik 8 kWp (ca. 36–45 m² Dach) | 8.000–12.000 € | 0 % | Rücklage für Wechselrichter, ggf. Versicherung |
| Photovoltaik 10 kWp mit Speicher | siehe Kostenratgeber | 0 % | wie oben |
Die Solarthermie-Zahlen stammen aus den Kostenübersichten von co2online, Schwäbisch Hall und Finanztip (Stand 2026): co2online rechnet für ein Einfamilienhaus mit vier Personen mit rund 5.000 € für eine reine Warmwasseranlage und rund 10.000 € für Warmwasser plus Heizungsunterstützung. Bei Photovoltaik liegen die Marktpreise Mitte 2026 bei etwa 1.000–1.500 € pro kWp, als Faustregel brauchst du rund 4,5–5,5 m² Dachfläche je kWp.
Wichtig für den Vergleich: Der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG gilt ausschließlich für Photovoltaik (Module, Wechselrichter, Speicher, wesentliche Komponenten). Solarthermie wird mit 19 % besteuert, der Preisvorteil der PV ist in der Tabelle also schon eingerechnet.
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Solarthermie wird 2026 als Heizungstechnik über die Heizungsförderung KfW 458 (BEG EM) mit 30 % Grundförderung bezuschusst, Photovoltaik bekommt stattdessen den Nullsteuersatz, die Einspeisevergütung und den KfW-Kredit 270. Seit der Neufassung zum 21.07.2026 gilt:
Wer nur Kollektoren an eine bestehende Gasheizung hängt, bekommt in der Praxis also die 30 %, der Klimageschwindigkeitsbonus setzt die Stilllegung der alten Heizung voraus. Alternativ kannst du für Solarthermie die Steuerermäßigung nach § 35c EStG nutzen (20 % der Kosten, verteilt auf drei Jahre, maximal 40.000 € Ermäßigung je Objekt, Gebäude mindestens zehn Jahre alt), eine Doppelförderung derselben Maßnahme ist ausgeschlossen.
Photovoltaik wird nicht über die KfW 458 gefördert. Dafür gibt es den Nullsteuersatz, die Einspeisevergütung (seit 01.08.2026: 7,70 ct/kWh bei Teileinspeisung bis 10 kWp, 12,22 ct bei Volleinspeisung, 20 Jahre garantiert), den KfW-Kredit 270 ab 4,64 % effektiv (Stand 23.09.2026) sowie regionale Zuschüsse, die du im Förder-Atlas findest.
Je Quadratmeter und Jahr liefert Solarthermie mit Flachkollektor 350–500 kWh Wärme, Photovoltaik etwa 190–210 kWh Strom, aus denen eine Wärmepumpe mit JAZ 3,4 rund 650–700 kWh Wärme macht.
| Kennzahl | Solarthermie (Flachkollektor) | Photovoltaik | PV plus Wärmepumpe (JAZ 3,4) |
|---|---|---|---|
| Energieertrag je m² und Jahr | 350–500 kWh Wärme | ca. 190–210 kWh Strom | ca. 650–700 kWh Wärme |
| Solarer Deckungsgrad | Warmwasser 40–60 %, Heizung 15–25 % | : | abhängig von Speicher und Verbrauch |
| Nutzbarkeit | nur Wärme, Sommerüberschuss verfällt (Stagnation) | Strom für alles, Überschuss wird vergütet | Wärme, Strom, E-Auto |
| Lebensdauer | 20–25 Jahre | Module ca. 25–30 Jahre, Wechselrichter 10–15 Jahre | Wärmepumpe ca. 15–20 Jahre |
Die Auslegung folgt Faustregeln: Für Warmwasser rechnet man mit 1,5 m² Flachkollektor (1,0 m² Röhrenkollektor) pro Person, für Heizungsunterstützung etwa mit dem Doppelten. Ein Vier-Personen-Haushalt landet also bei 6 m² bzw. 12 m² Kollektorfläche. Auf denselben 12 m² bringt Photovoltaik rund 2,5 kWp unter, die in Deutschland etwa 2.200–2.500 kWh Strom im Jahr liefern.
Und hier kippt der Vergleich: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erreichte im Feldtest des Fraunhofer ISE in Bestandsgebäuden im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4, aus 2.300 kWh Solarstrom werden rechnerisch rund 7.800 kWh Wärme, mehr als die 4.200–6.000 kWh Wärme der Solarthermie auf gleicher Fläche. In der Praxis fällt der Vorsprung kleiner aus, weil der PV-Strom vor allem im Sommer anfällt und die Wärmepumpe im Winter überwiegend Netzstrom zieht, trotzdem ist die Kombination flexibler und wirtschaftlicher. Wie du beide Systeme sauber aufeinander abstimmst, erklärt das Schwesterportal Wärmepumpengenie im Ratgeber Wärmepumpe und Photovoltaik ↗, die PV-Seite der Rechnung findest du in Photovoltaik und Wärmepumpe.
Mit Wärmepumpe, E-Auto oder großem Dach passt Photovoltaik, bei hohem Warmwasserbedarf oder sehr kleiner Dachfläche unter 20 m² kann Solarthermie die bessere Wahl sein.
| Deine Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Neubau oder Sanierung mit Wärmepumpe | Photovoltaik, möglichst groß (10–15 kWp), Wärmepumpe mit PV-Überschuss betreiben |
| Gas- oder Ölheizung bleibt noch 5–10 Jahre | Photovoltaik fürs Haus. Solarthermie nur, wenn Warmwasser einen hohen Anteil am Verbrauch hat |
| Hoher Warmwasserbedarf (Mehrpersonenhaushalt, Mehrfamilienhaus, Pool) | Solarthermie für Warmwasser, oder PV mit Heizstab bzw. Brauchwasser-Wärmepumpe |
| Sehr kleine Dachfläche (unter 20 m²), Wärmebedarf steht im Vordergrund | Solarthermie (mehr Energie je m²) |
| E-Auto vorhanden oder geplant | Photovoltaik, siehe Wallbox und Überschussladen |
| Denkmalschutz, nur wenige Flächen erlaubt | Einzelfall: oft Solarthermie oder Indach-PV, siehe Altbau und Denkmalschutz |
| Beides möglich, Dach groß genug | Photovoltaik zuerst. Solarthermie nur bei nachweislich hohem Warmwasserverbrauch ergänzen |
Rechne deinen Fall am besten konkret durch: Der PV-Rechner zeigt dir Ertrag, Eigenverbrauch und Amortisation für dein Dach.
Solarthermie ist 2026 noch sinnvoll bei hohem, ganzjährigem Warmwasserbedarf, bei einer fossilen Heizung, die noch bleibt, bei zu wenig Dachfläche für Photovoltaik oder als Ergänzung zur Wärmepumpe. Eine schlechte Technik ist sie nicht, ihr Einsatzfeld ist nur kleiner geworden. Nach den co2online-Zahlen amortisiert sich eine Anlage im Schnitt erst nach 15–20 Jahren, bei 20–25 Jahren Lebensdauer. Gute Argumente für Kollektoren bleiben:
Für alle anderen gilt: Photovoltaik zuerst. Sie ist günstiger je Kilowattstunde, steuerlich privilegiert, liefert vergütete Überschüsse statt verpuffender Sommerwärme und wird mit einer Wärmepumpe zur besseren Solarheizung. Wer beides will, plant die PV so groß wie möglich und prüft Solarthermie nur als gezielte Ergänzung für Warmwasser.
Häufige Fragen
Ja, technisch ist das problemlos möglich, beide Anlagen teilen sich dann die Dachfläche. Sinnvoll ist die Kombination aber nur bei hohem, ganzjährigem Warmwasserbedarf. In den meisten Einfamilienhäusern bringt eine größere PV-Anlage mit Wärmepumpe oder Heizstab mehr als eine kleine PV-Anlage neben Kollektoren.
Ja, über die Heizungsförderung KfW 458 mit 30 % Grundförderung auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % kommt nur hinzu, wenn gleichzeitig eine alte fossile Heizung stillgelegt wird. Alternativ ist die Steuerermäßigung nach § 35c EStG möglich, aber nicht beides zusammen.
Nein, der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG gilt nur für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp einschließlich Speicher und wesentlicher Komponenten. Solarthermieanlagen werden mit dem regulären Satz von 19 % besteuert. Das macht PV je Kilowatt Leistung spürbar günstiger.
Ein Flachkollektor liefert in Deutschland 350–500 kWh Wärme je Quadratmeter und Jahr. Ein Quadratmeter Photovoltaik erzeugt rund 200 kWh Strom, der mit einer Wärmepumpe bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 rechnerisch etwa 650–700 kWh Wärme ergibt. In der Praxis liegt der Vorteil der PV-Kombination niedriger, weil der Solarstrom vor allem im Sommer anfällt.
Kollektoren und Speicher halten in der Regel 20–25 Jahre, bei guter Pflege auch länger. Die Solarflüssigkeit muss je nach Produkt alle fünf bis zehn Jahre getauscht werden, Pumpe und Regler halten meist kürzer als die Kollektoren. Für Wartung und Betrieb solltest du 100–200 € pro Jahr einplanen.
Weitere Themen: Solar-Angebote, Solar-Rechner, Förderung 2026.
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Andreas Mali
Gründer & Redaktion PhotovoltaikGenie
Andreas Mali ist Gründer von PhotovoltaikGenie und recherchiert Förderprogramme, Einspeisevergütung und Marktpreise fortlaufend aus Primärquellen (Bundesnetzagentur, KfW, Landesförderbanken). Mehr über uns & unsere Methodik
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