PV-Anlage 2026 kaufen oder warten? Entscheidungshilfe nach EEG-2027-Entwurf

Soll ich meine Solaranlage jetzt 2026 kaufen oder besser bis 2027 warten? Fundierte Analyse zu EEG-2027-Entwurf, Bestandsschutz, Einspeisevergütung und Modulpreisen.

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Jetzt oder 2027? Die wichtigste Entscheidung

Das Bundeswirtschaftsministerium hat einen Entwurf zur EEG-Reform 2027 vorgelegt. Wird er wie geplant umgesetzt, entfällt für neue PV-Anlagen bis 25 kWp ab dem 1. Januar 2027 die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung ersatzlos. Das wirft eine drängende Frage auf: Jetzt noch 2026 kaufen – oder lieber abwarten?

Die kurze Antwort: Wer 2026 eine PV-Anlage in Betrieb nimmt, sichert sich 20 Jahre Bestandsschutz auf die heutige Einspeisevergütung (7,78 ct/kWh bis 10 kWp). Das ist in den allermeisten Fällen der bessere Deal.

Dieser Artikel zeigt dir die Fakten – ohne Panikmache, aber mit klarer Empfehlung.

Das plant die EEG-Reform 2027 (Stand: Entwurf)

Laut dem Arbeitsentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums:

Wichtig: Der Entwurf ist noch nicht verabschiedet. Eine endgültige Entscheidung wird im Lauf von 2026 erwartet. Selbst wenn die Reform kommt, bleibt es ein politisches Signal: Der Staat will die Förderung kleiner PV-Anlagen schrittweise auslaufen lassen.

Der Bestandsschutz: Dein wichtigstes Argument

Wer 2026 investiert, bekommt:

LeistungTeileinspeisungVolleinspeisungDauer
Bis 10 kWp7,78 ct/kWh12,34 ct/kWh20 Jahre
10–40 kWp6,73 ct/kWh10,35 ct/kWh20 Jahre

Quelle: Bundesnetzagentur

Rechenbeispiel (10-kWp-Anlage, 9.500 kWh Jahresproduktion, 30 % Eigenverbrauch):

Argumente FÜR den Kauf 2026

1. Einspeisevergütung für 20 Jahre sichern

Wer jetzt kauft, bekommt die heutigen Sätze garantiert bis 2046. Wer 2027 kauft und die EEG-Reform kommt, muss auf Direktvermarktung oder Marktpreise umsteigen – mit unklaren, schwankenden Erlösen.

2. Planungssicherheit

Heutige Sätze sind gesetzlich fixiert. Die Regelungen nach 2027 sind unsicher – selbst wenn der Entwurf gekippt wird, ist die Degression (halbjährlich –1 %) weiterhin wirksam.

3. Aktuelle Modulpreise sind attraktiv

Solarmodule kosten 2026 so wenig wie nie: ca. 800–1.200 € pro kWp (nur Module). Die Preise haben sich stabilisiert – weitere große Preissenkungen sind nicht abzusehen.

4. Nullsteuersatz (0 % MwSt) gilt weiterhin

Der 0 %-Umsatzsteuer-Satz auf PV-Anlagen bis 30 kWp bleibt unverändert. Das spart bei einer typischen 10-kWp-Anlage rund 3.800 €.

5. Halbjährliche Degression

Pro Halbjahr sinkt die Einspeisevergütung um 1 %. Die nächste Reduzierung erfolgt am 01.08.2026. Wer noch diesen Monat in Betrieb geht, sichert sich den höheren Satz.

6. Handwerkerkapazitäten

Im Laufe von 2026 könnten Vorzieh-Effekte die Wartezeiten bei Fachbetrieben verlängern. Wer früh plant, hat die Auswahl.

Argumente FÜRS Warten (und warum sie meist nicht greifen)

"Vielleicht kommt die Reform nicht"

Möglich. Aber auch dann sinken die Sätze weiter halbjährlich. Einen finanziellen Vorteil durch Warten siehst du nicht.

"Modulpreise sinken vielleicht noch weiter"

Die Preise sind seit 2023 auf niedrigem Niveau. Eine weitere massive Preissenkung ist laut Marktbeobachtern nicht absehbar. Zumal der Zeitverlust (kein Ertrag) die potenzielle Ersparnis meist übersteigt.

"Die neue Regelung könnte besser sein"

Theoretisch möglich, praktisch unwahrscheinlich. Der Entwurf geht klar in Richtung weniger Förderung, nicht mehr.

So lohnt sich PV auch ohne Einspeisevergütung

Selbst wenn die Reform kommt und du 2027 kaufst: Photovoltaik lohnt sich weiterhin – allerdings fast ausschließlich über Eigenverbrauch:

Fazit: Mit Speicher (60–70 % Eigenverbrauch) und Wärmepumpe/E-Auto lohnt sich PV auch zukünftig. Aber: Mit heutigem Bestandsschutz wird es eindeutig attraktiver.

Konkrete Empfehlung nach Szenario

Szenario A: Du hast dein Haus und planst PV sowieso

➡️ Jetzt kaufen. Bestandsschutz sichern, 20 Jahre Vergütung garantiert.

Szenario B: Du bist unentschlossen, ob PV überhaupt

➡️ Jetzt prüfen. Mit unserem Ersparnisrechner in 60 Sekunden checken. Wenn sich Amortisation in 10–12 Jahren zeigt: zuschlagen.

Szenario C: Du baust neu oder sanierst

➡️ In die Bauplanung integrieren. Pflicht in BW bei Neubauten, anderswo Empfehlung. Kombi mit Wärmepumpe lohnt sich doppelt.

Szenario D: Dach in schlechtem Zustand

➡️ Erst Dach sanieren. Sonst musst du die Anlage später nochmal demontieren. Aber: Plane so, dass die Anlage noch 2026 läuft.

Szenario E: Knappes Budget

➡️ Balkonkraftwerk ab 300 €. Sofort Strom sparen, bei Bedarf später aufstocken. Balkon vs. Dachanlage

Was du jetzt tun solltest

  1. Ersparnis berechnen: Anlagengröße und Kosten individuell prüfen
  2. Förderung prüfen: Welche regionalen Zuschüsse gibt es bei dir?
  3. Tarifcheck starten: Mehrere Angebote vergleichen – 2026 sind die Auftragsbücher der Installateure dichter, früh starten lohnt sich
  4. In Betrieb bis 31.12.2026: Erst mit der Inbetriebnahme startet der 20-jährige Bestandsschutz

Fazit

Wer 2026 eine PV-Anlage kauft, sichert sich zwei Vorteile gleichzeitig: die noch vergleichsweise hohe Einspeisevergütung (7,78 ct/kWh) und 20 Jahre Bestandsschutz. Auch wenn der EEG-2027-Entwurf nicht exakt so kommt – ein Vorteil durchs Warten ist praktisch nicht in Sicht.

Unsere klare Empfehlung: Jetzt vergleichen, 2026 in Betrieb nehmen.

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Häufige Fragen

Sollte ich jetzt 2026 kaufen oder auf 2027 warten?
Wer 2026 kauft und die Anlage noch in diesem Jahr in Betrieb nimmt, sichert sich 20 Jahre Bestandsschutz auf die heutige Einspeisevergütung (7,78 ct/kWh bis 10 kWp). Laut EEG-2027-Entwurf soll die Einspeisevergütung für neue Anlagen ab 01.01.2027 entfallen – für die meisten Haushalte ist der Kauf 2026 daher klar attraktiver.
Ist der EEG-2027-Entwurf schon beschlossen?
Nein. Es handelt sich um einen Arbeitsentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums. Eine endgültige Entscheidung wird im Lauf von 2026 erwartet. Selbst wenn der Entwurf entschärft wird, sinkt die Einspeisevergütung weiter halbjährlich um 1 %.
Was bedeutet der Bestandsschutz konkret?
Alle PV-Anlagen, die bis zum 31.12.2026 offiziell in Betrieb genommen sind, behalten ihre beim Start festgelegte Einspeisevergütung für 20 Jahre – unabhängig von späteren Gesetzesänderungen. Das sind bei einer typischen 10-kWp-Anlage ca. 10.000 € garantierte Zusatzeinnahmen.
Lohnt sich Photovoltaik auch ohne Einspeisevergütung?
Ja, allerdings primär über Eigenverbrauch: Eigener Solarstrom ersetzt Netzstrom (36 ct/kWh) – das ist deutlich profitabler als jede Einspeisevergütung. Mit Speicher und Wärmepumpe bleibt Photovoltaik auch ab 2027 rentabel, die Amortisation verlängert sich aber tendenziell um 1–3 Jahre.
Sinken die Modulpreise 2026 oder 2027 noch weiter?
Die Modulpreise sind seit 2023 auf niedrigem Niveau stabil (ca. 800–1.200 € pro kWp). Eine weitere massive Preissenkung ist laut Marktbeobachtern nicht absehbar. Der Zeitverlust (kein Solarertrag) durch Warten übersteigt meist die mögliche Preisersparnis.
Bis wann muss die Anlage 2026 in Betrieb sein?
Relevant für den Bestandsschutz ist die offizielle Inbetriebnahme bis spätestens 31.12.2026. Da Fachbetriebe Ende 2026 voll ausgelastet sein werden, solltest du spätestens im 3. Quartal 2026 bestellen, um sicher noch fertig zu werden.

Weitere Themen: Tarifcheck, Solar-Rechner, Förderung 2026.


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