Glas-Glas-Module: Hagelschutzklasse, Vorteile und Kosten 2026

Was die Hagelklassen HW1 bis HW5 bedeuten, welchen Hageltest jedes Modul bestehen muss und wann sich Glas-Glas gegenüber Glas-Folie lohnt. Mit Versicherungstipps.

← Alle Ratgeber-Artikel

Glas-Glas-Module haben auf Vorder- und Rückseite eine Glasscheibe statt einer Kunststofffolie. Das macht sie robuster gegen Hagel, Feuchtigkeit und Alterung. Dieser Ratgeber erklärt, was die Hagelschutzklassen bedeuten, welchen Hageltest jedes Modul bestehen muss, wo Glas-Glas gegenüber Glas-Folie wirklich Vorteile hat und wann sich der Aufpreis lohnt.

Was sind Glas-Glas-Module und wie gut schützen sie vor Hagel?

Glas-Glas-Module bestehen aus zwei je 2 mm dicken Scheiben aus vorgespanntem Sicherheitsglas, zwischen denen die Solarzellen eingebettet sind; klassische Glas-Folie-Module haben nur vorne Glas und hinten eine Kunststofffolie. Beim Hagel liegt der Vorteil im stabileren Aufbau: Die Zellen sind symmetrisch eingebettet, das Modul biegt sich unter Einschlägen weniger durch, und Mikrorisse in den Zellen sind seltener. Jedes in Deutschland verkaufte Modul muss unabhängig von der Bauart den Hageltest der Norm IEC 61215 bestehen; wer in einer hagelgefährdeten Region wohnt, achtet zusätzlich auf eine freiwillige Hagelwiderstandsklasse.

Was bedeutet die Hagelschutzklasse bei Solarmodulen?

Die Hagelschutzklasse, korrekt Hagelwiderstandsklasse HW1 bis HW5, gibt an, welchem Hagelkorn-Durchmesser ein Modul im Test standhält: HW1 steht für 10 mm, HW2 für 20 mm, HW3 für 30 mm, HW4 für 40 mm und HW5 für 50 mm. Das System stammt aus der Schweiz (Hagelregister der Gebäudeversicherer) und ist freiwillig; Hersteller lassen ihre Module dafür gesondert prüfen.

KlasseHagelkorn-DurchmesserEinordnung
HW110 mmleichter Hagel
HW220 mmmittlerer Hagel
HW330 mmstarker Hagel, für hagelgefährdete Regionen empfohlen
HW440 mmsehr starker Hagel
HW550 mmextremer Hagel, selten geprüft

Für Süddeutschland, das Alpenvorland und andere Regionen mit häufigem Hagel ist HW3 eine sinnvolle Mindestanforderung. Ob ein Modul eine HW-Klasse hat, steht im Datenblatt oder im Hagelregister; fehlt die Angabe, gilt nur der Basistest der IEC-Norm.

Bereit für den nächsten Schritt?

Vergleiche kostenlos und unverbindlich Angebote geprüfter Solar-Fachbetriebe aus deiner Region – in 2 Minuten, ohne Verpflichtung.

Jetzt Angebote anfordern →

100 % kostenlos & unverbindlich · geprüfte regionale Fachbetriebe

Welchen Hageltest muss jedes Solarmodul bestehen?

Jedes Modul muss nach IEC 61215 einen Hageltest mit Eiskugeln von 25 mm Durchmesser bestehen, die mit rund 23 m/s (etwa 83 km/h) auf definierte Punkte des Moduls geschossen werden; danach darf das Modul weder sichtbare Schäden noch einen relevanten Leistungsverlust zeigen. 25 mm entsprechen etwa der Größe einer Kirsche und decken den häufigsten Hagel in Deutschland ab. Für Standorte mit größerem Hagel sieht die Norm größere Prüfkörper vor, das ist aber keine Pflicht.

Der Unterschied zwischen den Bauarten zeigt sich bei den Prüfungen oberhalb der Norm: Für die Klasse HW3 reicht bei Glas-Glas-Modulen in der Regel der beidseitige 2-mm-Aufbau plus bestandener IEC-Test, bei Glas-Folie-Modulen wird dafür meist eine dickere Frontscheibe ab 3 mm benötigt.

Welche Vorteile haben Glas-Glas-Module gegenüber Glas-Folie?

Glas-Glas-Module altern langsamer, sind unempfindlicher gegen Feuchtigkeit und mechanische Belastung und werden von vielen Herstellern mit längeren Garantien verkauft. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

Nachteile gibt es ebenfalls: Glas-Glas-Module sind etwas schwerer, was bei sehr leichten Dächern in die Statik einfließen muss, und einfache Glas-Folie-Module sind im Einkauf günstiger. Welche Zelltechnologie im Modul steckt, ist davon unabhängig; die Unterschiede zwischen TOPCon, HJT und PERC erklärt der Artikel TOPCon, HJT oder PERC.

Lohnt sich der Aufpreis für Glas-Glas-Module?

Der Aufpreis lohnt sich in den meisten Fällen, weil Glas-Glas-Module inzwischen Standard werden, der Preisunterschied zu Glas-Folie klein geworden ist und die längere Lebensdauer über 25 bis 30 Jahre mehr Ertrag bringt. Bei einer 10-kWp-Anlage machen die Module 40 bis 50 % der Gesamtkosten aus; ein Aufpreis von wenigen Prozent auf die Module verändert den Gesamtpreis von 12.000 bis 18.000 € nur wenig, sichert aber Hagelschutz und Garantie.

Besonders sinnvoll ist Glas-Glas, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

Vergleiche in den Angeboten nicht nur den Preis, sondern Modultyp, Glasstärke, HW-Klasse und Garantiedauer; die Vorlage dafür liefert der Artikel Photovoltaik-Module im Vergleich.

Wer zahlt bei Hagelschaden an der Photovoltaikanlage?

Bei Hagelschaden zahlt in der Regel die Versicherung, wenn die Anlage in der Wohngebäudeversicherung mitversichert ist oder eine eigene Photovoltaikversicherung besteht; die Modulgarantie des Herstellers deckt Hagel dagegen nicht ab. Melde die Anlage deshalb nach der Installation deinem Gebäudeversicherer oder schließe eine spezielle PV-Police ab. Nach einem Hagelereignis solltest du die Module fotografieren, den Ertrag mit den Vortagen vergleichen und bei Auffälligkeiten den Fachbetrieb prüfen lassen, weil Mikrorisse von außen oft unsichtbar sind.

Welche Versicherung welchen Schaden trägt, erklären die Artikel PV-Anlage in der Wohngebäudeversicherung und Photovoltaik-Versicherung.

Wie gehst du jetzt am besten vor?

Am besten legst du vor dem Angebotsvergleich fest, welche Modulklasse du willst, und lässt dir dann Angebote mit genau dieser Vorgabe machen.

  1. Hagelrisiko einschätzen: In hagelgefährdeten Regionen HW3 oder besser als Mindestanforderung notieren.
  2. Modulklasse festlegen: Glas-Glas mit beidseitig 2 mm Glas und 25 bis 30 Jahren Garantie ist 2026 die sichere Standardwahl.
  3. Angebote vergleichen: Über den Solar-Angebotsvergleich Angebote geprüfter Fachbetriebe einholen und Modultyp, HW-Klasse und Garantie nebeneinanderlegen.
  4. Versicherung klären: Anlage beim Gebäudeversicherer melden oder eine PV-Police abschließen.

Weiterlesen

Häufige Fragen

Welche Hagelschutzklasse sollte ein Solarmodul haben?

Für hagelgefährdete Regionen ist HW3 (30 mm Hagelkorn) eine sinnvolle Mindestanforderung; in weniger gefährdeten Lagen reicht der für alle Module verpflichtende IEC-61215-Hageltest mit 25-mm-Körnern. Die HW-Klasse steht im Datenblatt oder im Hagelregister.

Sind Glas-Glas-Module hagelsicher?

Hagelsicher im absoluten Sinn ist kein Modul. Glas-Glas-Module halten Hagel aber besser stand als Glas-Folie-Module, weil die Zellen zwischen zwei Glasscheiben weniger gebogen werden und Mikrorisse seltener entstehen. Gegen extremen Hagel schützt zusätzlich eine geprüfte Klasse HW4 oder HW5.

Wie lange halten Glas-Glas-Module?

Glas-Glas-Module sind für eine Lebensdauer von 30 Jahren und mehr ausgelegt; viele Hersteller geben 30 Jahre Produkt- und Leistungsgarantie. Glas-Folie-Module liegen typischerweise bei 25 Jahren Leistungsgarantie.

Zahlt die Versicherung Hagelschäden an der PV-Anlage?

Ja, wenn die Anlage in der Wohngebäudeversicherung mitversichert ist oder eine eigene Photovoltaikversicherung besteht. Die Herstellergarantie deckt Hagelschäden nicht. Melde die Anlage deshalb nach der Installation deinem Versicherer.

Weitere Themen: Solar-Angebote, Solar-Rechner, Förderung 2026.


© 2026 PhotovoltaikGenie – Ein Projekt der Butterflies IT UG (haftungsbeschränkt). Impressum · Datenschutz · Kontakt